14 Waggons des Rahman Baba Express entgleisen in Multan

Zugunglück ereignete sich am Dienstag (13.10.2026) am Morgen Ortszeit in der Nähe des Bahnhofs Sher Shah in der Stadt Multan, Pakistan. Insgesamt 14 Waggons des Rahman Baba Express, der die Strecke Karachi–Peshawar bedient, entgleisten und stürzten gegen 05.15 Uhr um.

Mindestens fünf Menschen wurden bei dem Vorfall getötet und mehr als 30 weitere verletzt. Videoaufnahmen vom Unfallort zeigen zerstörte Waggons und Anwohner, die sich am Unglücksort versammeln, während Kräne Trümmerteile des Zuges bergen.

Der Rahman Baba Express ist ein täglicher Service der Pakistan Railways zwischen Karachi und Peshawar, der mehr als 500 Passagiere befördert. Rettungsteams wurden sofort entsandt, während die Verletzten zur Behandlung in das Nishtar-Krankenhaus in Multan gebracht wurden. Der Zugverkehr auf den Abfahrts- und Ankunftsgleisen wurde während der laufenden Maßnahmen eingestellt.

Zeugenaussage des Lokführers: Signal auf Grün, plötzlich ein Ruck

Lokführer Rizwan Abbas schilderte gegenüber pakistanischen Medien die Sekunden des Unglücks. Er gab an, der Zug sei mit etwa 100 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, und das Signal habe beim Durchfahren des Bereichs des Bahnhofs Sher Shah sichere Bedingungen angezeigt.

„Als ich aus der Lokomotive ausstieg und mich umdrehte, sah ich, dass die Personenwagen entgleist und außerhalb der Schienen zum Liegen gekommen waren. Das war entsetzlich“, sagte Abbas, wie die Tageszeitung Dawn zitierte. Er gab an, plötzlich einen starken Ruck verspürt zu haben, bevor er die Bremse betätigte und die Lokomotive zum Stehen brachte.

Ein Fahrgast behauptet, Bahnmitarbeiter hätten vor dem Unglück in der Nähe von Rohri Muttern und Bolzen am Wagen Nummer 9 repariert. Diese Behauptung ist bislang nicht unabhängig verifiziert, und es gibt keine bestätigte Verbindung zwischen der Reparatur und der Entgleisung des Zuges.

Pakistanische Regierung bildet Untersuchungsteam

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sprach sein Beileid für die Todesopfer aus und forderte die Behörden auf, die Rettungsaktion zu beschleunigen und die bestmögliche medizinische Versorgung für die Verletzten sicherzustellen. Präsident Asif Ali Zardari drückte ebenfalls sein Mitgefühl mit den Familien der Opfer aus und forderte eine transparente Untersuchung, um die Unfallursache festzustellen.

Bahnminister Hanif Abbasi beauftragte den Generalinspektor der Bundesbahn (FGIR) mit der Untersuchung des Vorfalls. Abbasi, der die Unfallstelle besuchte, versprach zudem Entschädigungen für die Opfer und ihre Familien gemäß den Versicherungspolicen der Pakistan Railways.

Alte Infrastruktur im Fokus

Dieser Unfall ereignete sich inmitten der Herausforderungen, mit denen der pakistanische Eisenbahnsektor konfrontiert ist, darunter eine veraltete Infrastruktur. Zugunglücke ereignen sich in Pakistan häufig; das Land erbte Tausende Kilometer Schienen und Züge aus der britischen Kolonialzeit, doch das Netz verfiel über Jahrzehnte hinweg durch Korruption, Misswirtschaft und mangelnde Investitionen.

Laut lokalen Medien gab die Eisenbahnbehörde später bekannt, dass der Zugverkehr über Lodhran und Jahanian vollständig wiederhergestellt sei. Die Bezirksverwaltung von Multan wurde zudem beauftragt, den vom Unfall betroffenen Fahrgästen vorübergehend Unterkunft und Verpflegung bereitzustellen.